Sagenhafte Radtour Teil 2

Eine Radtour mit Sagen von Heidenheim, Mergelstetten, Hurwang, Anhausen, Eselsburger Tal, Herbrechtingen und einem Abstecher zur Kaltenburg und Güssenburg

Zusammenstellung: Heiner Jestrabek

 

Mergelstetten

Necknamen für Mergelstetten:

Wassergückel, Brenzgückeler (d.s. Wasservögel), Scherbenscheißer

 

Ruine Hurwang

Beim Furtheimer Tal (nach den Burgherren Fürheim) liegt die Ruine Hurwang (nach Hürwin, Hürbener ?). Archäologischen Ausgrabungen zufolge weiß man, daß die Burg im 11. Jahrhundert erbaut wurde und eine großangelegte Burganlage war. Wahrscheinlich zerstört im Städtekrieg 1448/49, als auch die Klöster des Brenztals und die Schlösser Güssenburg und Hürben in Flammen aufgingen.

Die Hurwanger Burgherren sollen reich und begütert gewesen sein. Deshalb lautet die Sage, daß in diesen Mauern, in verschlossenen Gewölben, keinem sichtbar, ein Schatz aus alter Zeit, mit einer goldenen Krone, verborgen ist. Seither fanden viele Grabungen statt, mit Beschwörungen und Zauberformeln - aber ohne Erfolg.

 

Anhausen

An der alten Salzstaße.

Bis ins 19. Jahrhundert eine bedeutende Handelsverbindung zwischen Württemberg und Bayern. In Alt-Württemberg war Salz knapp. Deshalb wurden bis zu drei Zentner schwere Salzscheiben aus Reichenhall und Salzbug in unsere Gegend transportiert. Auf dem Rückweg nahmen die Fuhrleute vor allem württembergischen Wein mit, da in Bayern kein Anbau stattfand. Mit der Napoleonzeit wurden beide Länder Königreiche und vergrößerten sich beträchtlich. Bayern erhielt die fränkischen Weingegenden und in Württemberg entdeckt man 1820 reiche Salzvorkommen. So verlor der alte Handelsweg seine Bedeutung.

 

Kloster Anhausen

Unsere Gegend war, mehr als irgend wo anders in Schwaben, mit Klöstern und Klosterherrschaften überzogen. Zu der Zisterzienserabtei in Königsbronn mit einem Bruderhaus in Küpfendorf, dem Chorherrenstift in Herbrechtingen und der Benediktinerabtei in Anhausen gesellten sich die naheliegenden Klöster in Neresheim. Ellwangen, Lorch und Ulm. Deshalb bezeichnete man das Brenztal im Mittelalter als die "Schwäbische Pfaffengasse".

Das Kloster Anhausen wurde als Benediktinerkloster 1125 gegründet. Von Anfang an mit großem Grundbesitz (55 Orte) ausgestattet. 1449 und 1503 verbrannt, 1519 und im Bauernkrieg 1525 stark beschädigt. 1536 erstmals und 1648 endgültig evangelisch. Ab 1558 bis 1820 unter einem evangelischen Prälaten und württembergisch.

 

Das Eselsburger Tal:

Die Sage vom Buigenmännle

Ein Hirtenjunge aus Herbrechtingen verbrachte mit seiner Herde in warmen Tagen die Nächte draußen am Buigen. Eines Nachts erschien ihm das Buigen-Männle, klein und kugelig die Gestalt, mit Eiszapfen vom Gesicht und Haaren hängend. Es ermahnte ihn und die Menschen, an den Ablauf der Jahreszeiten zu denken: "Nicht ewig werden die Sommernächte dauern, in denen ihr einem armen Hirtenbuben das Vieh anvertrauen könnt. Ein harter Winter kommt bestimmt!" Der Hirtenjunge erzählte davon. In der nächsten Nacht begleiteten ihn bewaffnete Freunde. Als um Mitternacht das Buigen-Männle erschien schossen sie. Es rollte sich zu einer feurigen Kugel zusammen und löste sich mit einem weithin gellenden Warnlaut im Horizont auf. Die Natur hatte durch das Buigen-Männle gesprochen, denn tatsächlich kam ein strenger Winter. Vieh und Mensch verdarben, wo nicht vorgesorgt war.

 

Ruine Falkenstein

Die Burg Falkenstein wurde im 11. Jahrhundert gebaut. Im 30jährigen Krieg zerstört und 1818 vollständig abgebrochen. Erhalten ist noch ein Steinhaus mit Dürnitz (zweigeschossige Halle, die früher als Speisesaal oder Versammlungsraum gedient hat) aus dem 15. Jahrhundert und ein ansehnliches Haus aus dem 18. Jahrhundert.

 

 

Sagen vom Falkenstein:

Fremdlinge auf dem Falkenstein

Der junge Ritter Hugh von Falkenstein hatte sich an einem der Kreuzzüge nach Palästina beteiligt und als Beute die schöne Sapphira mitgebracht. Die geraubte Sapphira hatte aber einen Verlobten im Orient, dem sie noch immer treu geblieben war. Der Kaiser Barbarossa hatte zu einem Turnier nach Aachen den Hugh eingeladen. Beim Turnier forderte ein unbekannter Ritter, mit heruntergelassenem Visier, den Hugh zum Kampf um die schöne Sapphira auf. Das unerwartete geschah. Der turniererfahrene Hugh wurde todeswund aus dem Sattel geworfen. Der Unbekannte war Allmund, Sohn des Saladin und Verlobter der geraubten Sapphira. Der Kaiser zeigte sich nobel und gab ihm die Schöne und dazu den Falkenstein. Doch die beiden blieben nur kurz an der Brenz. Sie kehrten Heim in den Orient und überließen den Falkenstein dem angestammten Geschlecht.  

Das Brautfest

handelt von einer unglücklichen Liebe zwischen Ludolph und Adelheid von Eselsburg. Der treulosen Ludolph hatte der Adelheid doch noch eine reiche Baronesse vorgezogen. Am Hochzeitstag stürzte sich die unglückliche Adelheid von der Eselsburg hinunter. Die Tote wurde zum Hochzeitsfest getragen, worauf die Braut so geschockt wurde, daß sie ebenfalls vom Schlag getroffen verstarb. Ludolf lief davon und irrte seither ziellos umher.  

Dem letzten Falkensteiner

verdankt angeblich das Kloster Anhausen seine Gründung. Ritter Kuno verlor früh seine Frau, gerade am 1. Geburtstag des Sohns Georg. Kuno lebte zurückgezogen und in Einsamkeit. Er lebte mit der furchtbaren Schuld, seinen Freund Bruno aus Eifersucht erdolcht zu haben. Es ging dabei um Emilie, die so früh verstorbene Gattin. Kuno beichtete am Sterbebett alles seinem Sohn, der darauf die Burg verkaufte und ins gestiftete Kloster zog.  

Das Gottesgericht.

Graf Hugo von Eselburg wollte seine Tochter Adelgunde, gegen deren Willen, mit dem Graf Otto von Blaustein verheiraten. Zur Trauung erschien sogar der Bischof von Mainz Hatto. Während der Trauerzeremonie erschien plötzlich ein Ritter mit gezücktem Schwert und kämpfte sich zur Braut durch und nahm sie auf seinem Schimmel mit. Es war ihr echter Geliebter Theobald von der Kaltenburg, der nun seine Adelgunde hatte. Die beiden Liebenden verschanzten sich in der Feste Kaltenburg, die durch Feinde nicht einzunehmen war. Otto sann auf Rache und fädelte ein Femegericht auf dem Falkenstein ein. Theobald hätte durch seine Störung des Gottesdienstes eine Gotteslästerung begangen. Vor den versammelten und mit Kapuzen versehenen Ritter der Umgegend sollte sich der erschienene Theobald einem Gottesurteil unterziehen. Ein Orakel mit schwarzen und weißen Kugeln sollte sprechen und tatsächlich entschied der Zufall gegen Theobald. Somit sei er schuldig und hätte den Tod zu erwarten. Doch Theobald brach aus dem Gewölbe aus, schwang sich auf sein Pferd und sprang mit einem riesigen Satz ins Brenztal hinunter. "Der hat sich selbst gerichtet", sprachen die scheinheiligen Ritter. Aber da hörten sie das Pferd wiehern und es schüttelte seine Mähne. Theobald war unverletzt und kehrte zu seiner Adelgunde zurück. Jetzt hatten sie ihr "Gottesurteil".

 

Ruine Eselsburg

Die Eselburg und ihre Herren, die Esel von Eselsburg sind schon 1244 bezeugt. Bis höchstens 1444 waren sie im Besitz der Burg. Um 1609 war die Burg abbruchreif. Die Burg war fast viereckig und hatte die Maße 25x20x27x20 m. Die Außenanlagen hatten eine Länge von über 60 m.

 

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